Bürgerzentrum Aldenhoven: „Alt und Neu zusammenbringen“ – Ergebnisse des Wettbewerbs stehen fest

Der Entwurf überzeugte das Preisgericht insbesondere durch die gelungene Verbindung zwischen Alt und Neu: Eine als Fuge gestaltete Erschließung verbindet den historischen Verwaltungstrakt im Süden mit den neuen Bürgereinrichtungen im Norden und schafft so eine starke räumliche Achse zwischen der Dietrich-Mülfahrt-Straße und dem angrenzenden Park mit der Rathauswiese. Die Zuordnung der Funktionen – etwa der ebenerdig zum Park gelegene Bürgersaal oder die straßenseitig gut einsehbaren Jugendeinrichtungen – wurde als klar, offen und zukunftsfähig bewertet. Auch die flexible Trennung von Büro- und Bürgernutzungen sowie das raffinierte Erschließungssystem, das attraktive Außenräume mitdenkt, tragen zur hohen Qualität des Entwurfs bei. Die konsequente Weiterverwendung der bestehenden Gebäudestrukturen und das Low-Tech-Konzept mit nachhaltiger Bauweise unterstreichen den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und verleihen dem Entwurf eine besonders nachhaltige Perspektive.
Mit dem Erhalt und behutsamen Umbau des historischen Rathauses sowie einem modernen Anbau entsteht mitten im Zentrum ein lebendiges Quartier, das Jung und Alt zusammenbringt: Von der Volkshochschule über das Jugendzentrum bis hin zu flexiblen Veranstaltungsflächen findet hier künftig alles unter einem Dach Platz.
Die Platzierungen
1. Preis: Architektur: TPMT Architekten, Freiraumplanung: glaßer und dagenbach, Technische Gebäudeausrüstung: WINTER Gebäudetechnik, Engineering & Services Berlin GmbH
3. Preis: Architektur: inFABric architectes, Freiraumplanung: Spang. Fischer. Natzschka. GmbH, Technische Gebäudeausrüstung: Klett Ingenieur GmbH
3. Preis: Architektur: GINA Barcelona Architects, Freiraumplanung: LAND Germany GmbH, Technische Gebäudeausrüstung: Werner Sobek Green Technologies GmbH
Anerkennung: Architektur: De Zwarte Hond, Freiraumplanung: KRAFT.RAUM, Technische Gebäudeausrüstung: Ingenieurbüro Gassen
Gemeinsam lebendige Räume schaffen – auch im Strukturwandel
Aldenhoven hat lange vom traditionellen Braunkohleabbau gelebt und steht jetzt vor großen Veränderungen. Mit diesem Bürgerzentrum gestaltet die Gemeinde den Strukturwandel aktiv mit: Photovoltaik auf begrünten Dächern, eine moderne Wärmepumpen-Heizung und die Integration grüner Aufenthaltsbereiche zeigen, wie Energieautarkie und Klimaschutz Hand in Hand gehen. Dieses Projekt ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Land und Kommune gemeinsam in die Zukunft der Gemeinschaft investieren.
Bund und Land fördern Zukunft
Dank der Unterstützung durch das Bundesprogramm „STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“ sowie das Landesprogramm „Stadtentwicklung für das Rheinische Revier der Zukunft (STEP RR)“ kann dieses Vorhaben realisiert werden. Die Fördermittel aus Bund und Land sichern den Umbau des Gebäudes und setzen gleichzeitig ein Zeichen für zukunftsfähige, nachhaltige Stadtentwicklung im Rheinischen Revier.
Bürgermeister Ralf Claßen freut sich, dass das Strukturwandelprojekt „Bürgerzentrum Aldenhoven“ nach der intensiven Vorbereitung nun einen wichtigen Meilenstein genommen hat: „Ein schöner Tag für Aldenhoven. Unser Bürgerzentrum nimmt Gestalt an – und zwar eine sehr Sehenswerte. Neben der Gemeindeverwaltung und den Ratsfraktionen werden zukünftig auch die Bezirkspolizeidienststelle, die Volkshochschule Jülicher Land, ein Jugendzentrum und insbesondere auch die ortsansässigen Vereine die neuen und multifunktionalen Räumlichkeiten nutzen können. Dabei wird auch unsere Rathauswiese zukünftig in die Nutzung einbezogen werden. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Ziel nunmehr erreicht haben und bin sicher, dass hier in den nächsten Jahren ein tatsächliches Zentrum für die Aldenhovener Bürgerinnen und Bürger entstehen wird. Etwas Attraktives, worauf wir stolz sein können! Dafür gilt mein großer Dank allen Beteiligten.“
Henk Brockmeyer (Starke Projekte/NRW.URBAN): „Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur energieeffizientes Bauen, sondern den respektvollen Umgang mit dem Bestand, mit Ressourcen und mit dem Ort selbst. Der Siegerentwurf zeigt auf beeindruckende Weise, wie klimagerechtes Planen und lebendige Architektur Hand in Hand gehen können – zukunftsorientiert, funktional und identitätsstiftend für die gesamte Gemeinde.“